Published on February 6, 2012 | Back to news page
EU-Projekt ACCESS: Internationale Experten analysieren unser regionales Innovationssystem im Bereich Mechatronik
EU-Projekt ACCESS: Internationale Experten analysieren unser regionales Innovationssystem im Bereich Mechatronik
Unter der Lupe:
Innovationsmanagement in Oberösterreich
Eine ganze Woche stand das regionale Innovationssystem in Oberösterreich am Prüfstein: Experten aus den Ländern Polen, Slowakei und Deutschland führten von 21. bis 25. November 2011 mit allen wichtigen Playern im oö. Mechatronik-Innovationsnetzwerk Interviews, um anschließend Handlungsempfehlungen abzugeben und einen Aktionsplan zu entwickeln. Die ersten Ergebnisse stehen nun fest. Im Rahmen des EU-Projekts ACCESS werden diese sogenannten „Peer-Reviews“ durchgeführt, um Erfahrungen auszutauschen und von anderen regionalen Innovationssystemen zu lernen. Organisiert wurde die Woche vom Mechatronik-Cluster der Clusterland Oberösterreich GmbH, mit Unterstützung der CATT Innovation Management GmbH.
VertreterInnen von kleinen, mittleren und großen Unternehmen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie Einrichtungen aus dem Verwaltungs- und Politikbereich stellten sich für die Interviews zur Verfügung. Die Liste reichte auszugsweise von der TMG, Softwarepark Hagenberg, Universität Linz, Austrian Center of Competence in Mechatronics (ACCM) bis zu bedeutenden großen und kleinen Mechatronik-Unternehmen wie KEBA oder FerRobotics. Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl betont: „Der Mechatronikstandort Oberösterreich ist für den internationalen Wettbewerb mit ausgezeichneten Ausbildungsstätten, F&-E-Einrichtungen sowie dem Mechatronik-Cluster gut gerüstet. Trotzdem ist es wichtig, unsere Schwächen zu analysieren, um weiterhin im Vergleich zu anderen europäischen Regionen mithalten zu können.“
Ergebnisse der Interviews
Aus den Interviews der Peer-Review-Woche in Oberösterreich wurde eine Stärken/Schwächen/Chancen/Risiken-Matrix erstellt. Zu den größten Stärken Oberösterreichs zählen die klare Innovationsstrategie, die gut entwickelte Branche, das hervorragende (auch informelle) Netzwerk an Institutionen, die gute Infrastruktur und das unternehmerische Denken aller beteiligter Personen. Das geringe Interesse der Jugendlichen an der Technik, das geringe vorhandene Risikokapital und die schwache Umsetzung radikaler Innovationen wurden von den Experten als Schwächen identifiziert. Als Chancen werden Spezialisierungsstrategien in Nischentechnologien gesehen, weiters die Internationalisierung sowie das Projekt „Mechatronikstandort Oberösterreich“. Der Fachkräftemangel und die Kürzungen von Geldern des Landes sind die größten Risiken.
Erste Handlungsempfehlungen
Aus diesen Erkenntnissen leiteten die Experten erste Handlungsempfehlungen ab. Als wichtig erachtet werden: Die Bevölkerung auf die Notwendigkeit technischer Ausbildung aufmerksam zu machen, internationale Professoren und Studenten nach Linz zu holen, die Entwicklung von Venture Capital Funds voranzutreiben, die Verbesserung der Kommunikation zwischen den Akteuren in der Mechatronik, das Bewusstsein für die Wichtigkeit von regionalen Spezilaisierungen erhöhen und die Bewerbung aller Aktivitäten zu forcieren. Ein ausführlicher Bericht wird noch folgen, darauf basierend werden erste Maßnahmen gesetzt werden.
EU-Projekt ACCESS
Im Zuge der Programmschiene Central Europe Programm (Interreg 4B) wurde im März 2010 das dreijährige Projekt ACCESS gestartet. Die Abkürzung steht für „ACCelerting regional competitiveneESS and sector-based excellence through innovation management tools and techniques”. Elf Partner aus acht Ländern Mitteleuropas verfolgen ein gemeinsames Ziel: Die Verbesserung ihrer regionalen Wettbewerbsfähigkeit. Die Clusterland Oberösterreich GmbH leitet mit dem Mechatronik-Cluster im Projekt die Branchengruppe Mechatronik, CATT ist für das Arbeitspaket Innovation Management Training verantwortlich. Weitere Partnerländer neben Österreich sind Ungarn als Lead Partner, Deutschland, Tschechien, Italien, Polen, Slowakei und Slowenien.
Drei Peer-Reviews bereits durchgeführt
Bei einer von der CATT organisierten Intensivtrainingswoche im Mai 2011 in Steyr wurden ExpertInnen aus den Partnerregionen im Bereich Innovationsmanagement weitergebildet. Aufbauend auf dem Intensivtraining wurde von den Projektpartnern eine Methodologie zur Vorbereitung und Durchführung dieser Innovationsmanagement Peer-Reviews erstellt. Mittlerweile wurden drei Peer-Reviews in Italien, Deutschland und Ungarn erfolgreich durchgeführt. In Baden-Württemberg stand ebenfalls wie in Oberösterreich die Branche Mechatronik im Mittelpunkt, in den anderen Ländern die Themen Agro-Food und Biotechnologie. Jede Region erhält nach den Interviews einen zusammenfassenden Bericht mit spezifischen Empfehlungen.
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Rückfragen-Kontakt:
Mag. Bettina Krczal, Kommunikation Mechatronik-Cluster, Clusterland Oberösterreich GmbH
Telefon: +43 732 79810-5174 oder bettina.krczal@clusterland.at




